Ob Gründung des Frauenzentrums St. Pölten oder maßgebliche Initiativen für die Frauenplattform St. Pölten (als Vorläufer vom heutigen Büro für Diversität) – Mag.a Renate Gamsjäger war eine Frau, die sich aktiv einsetzte und ihre Stimme besonders für jene erhob, die sich selbst kein Gehör verschaffen konnten.
Ab 1997 Mitglied des Gemeinderats der Stadt und ab dem Jahr 2000 Stadträtin, prägte und gestaltete sie entscheidend das umfassende, kulturelle und soziale Wirken der sozialdemokratischen Frauen im Bezirk St. Pölten. Über Jahrzehnte hinweg trat sie als mahnende und wenn nötig durchaus unbequeme Stimme im breiten Spektrum der Frauenförderung auf, machte auf die Leistungen von Frauen im öffentlichen Bereich aufmerksam, setzte sich aktiv gegen Gewalt an Frauen ein genauso wie sie in Kultur oder auch Infrastruktur auf das Wirken, Leben und Schaffen von Frauen hinwies. Ob Equal Pension Day, Förderung und Unterstützung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen – oder weitere gesetzliche Frauenthemen: Renate Gamsjäger scheute sich nie, ganz klar Stellung zu beziehen und für Gleichberechtigung einzutreten.
Im Kulturbereich war die Stadträtin für ihre Motivation und ihr persönliches Engagement bekannt. Mit ihrem Buch „Phönix aus der Asche“ und den darauffolgenden Stadtteilprojekten und Aktivtagen in den 1990iger Jahren begann eine umfangreiche kulturpolitische Auseinandersetzung mit der Lebenswelt von Menschen in St. Pölten. Gerade im Stadtteil Wagram, für den sie sich auch zuständig zeichnete, wies ihr Engagement mit zahlreichen Initiativen als Mitbegründerin und Vorsitzende des Wagramer Vereins für Events zahlreiche Meilensteine auf – wie Weiterführung und Neuentwicklung des Sonnwendfeuers Wagram, des Michaelikirtages und des Faschingsumzuges. Ihr ganz persönliches künstlerisches Schaffen als Malerin setzte sie mit einem jährlichen Benefiz-Kalender zugunsten des Frauenzentrums St. Pölten ein.
Am 11. September wurde Renate Gamsjäger in einem Festakt das Ehrenzeichen der Landeshauptstadt für ihren Einsatz in der Umwelt- und Frauenpolitik und im Stadtteil Wagram verliehen – von Bürgermeister Mag. Matthias Stadler. Dieser war es auch, der nur eine Woche später besonders berührende Worte für den traurigen Anlass ihres Ablebens fand:
„Es gibt Menschen, die sich engagieren. Es gibt Menschen, die Verantwortung übernehmen. Und dann gibt es Menschen, die über Jahrzehnte hinweg nicht nur Verantwortung übernehmen, sondern Dinge tatsächlich verändern. Zu diesen Menschen gehört Renate Gamsjäger.“
Sehr eindrücklich schloss St. Pöltens Bürgermeister seinen Nachruf: „Du hast dich immer eingemischt. Du hast Verantwortung übernommen. Und du hast dich vor allem dann zu Wort gemeldet, wenn es um Menschen ging, die selbst nicht immer die lauteste Stimme hatten. Wir werden dir stets ein ehrendes Andenken bewahren.“
Als neue feministische Online-Initiative für NÖ-Mitte möchten auch wir von der Wölfin uns bei Renate Gamsjäger für ihren jahrzehntelangen Mut, ihre starke Stimme und ihren dauerhaften Einsatz zugunsten von Frauen bedanken. Dieser Dank kommt von Herzen.
Danke fürs Weitersagen!